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WZW - Wählerverband
Zahnärzte Westfalen e.V.

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Mitglied in der Interessengemeinschaft Zahnärztlicher Verbände Deutschland

vom 14.09.2016

Wortmeldung zur Wahlwerbemailflut

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Wahl zur Vertreterversammlung der KZV läuft nun schon seit knapp drei 
Wochen und viele Kolleginnen und Kollegen haben bereits ihre Stimme 
abgegeben. Dennoch erhalten wir immer wieder neue Werbemails der Listen 
ZfZ-Reilmann und FZ W-L mit der Aufforderung, ihre Liste zu wählen.
Es mag durchaus legitim sein, mit Argumenten quasi bis zur letzten Minute 
um die Wählerstimmen zu werben. Dennoch bleibt angesichts der Flut von 
Werbemails ein schaler Nachgeschmack übrig mit der Frage, warum nur die 
Kolleginnen und Kollegen dieser Listen einen so verbissenen Wahlkampf 
führen. Schließlich liegen alle Argumente seit Wochen auf dem Tisch, 
inhaltliche Unterschiede zur standespolitischen Interessenvertretung 
zwischen den Listen gibt es bis auf wenige, allerdings wichtige Ausnahmen
(QM, QS-Thematik) kaum - man könnte nach der Darlegung der eigenen 
Positionen die Dinge auf sich beruhen lassen und das Votum der Wähler 
abwarten.
 
 
Stattdessen stecken die Kolleginnen und Kollegen von ZfZ-Reilmann und FZ 
W-L viel Energie und Geld in immer neue Wahlwerbung. Im jüngsten 
Anschreiben der Freien Zahnärzte erfahren wir, "was uns alle zurzeit an 
der KZV so nervt: Demokratiedefizite, mangelhafte Transparenz, 
Ämterhäufung und Personalklüngel. Filz!". Konkreter wird es nicht. Wir 
wären ja durchaus gespannt darauf gewesen, was die Kollegen in den 
letzten Jahren als Demokratiedefizit und Filz empfunden haben. Aber 
immerhin erfahren wir, warum die Liste gewählt werden will: Sie "sind 
offen für die Anforderungen der jungen Kolleginnen und Kollegen und 
arbeiten verantwortungsbewusst für die Älteren". Böse Zungen könnten 
jetzt unterstellen, dass da eine Liste allen alles verspricht, um gewählt 
zu werden – nichts Ungewöhnliches in Wahlkampfzeiten. Inhaltlich gesehen 
dürften wir uns listenübergreifend sicher alle einig sein: Wer die 
zahnärztlichen Interessen wirkungsvoll nach außen vertreten will, muss 
sicherstellen, dass die unterschiedlichen Interessen verschiedener 
Gruppen in unserem Berufsstand angemessen zur Geltung kommen. Eine 
Selbstverständlichkeit vernünftiger Standespolitik und genau das hat die 
KZV - nicht nur in der letzten Legislaturperiode – erfolgreich praktiziert.
 
 
Ernsthafte Fragen entstehen allerdings, wenn die Freien Zahnärzte 
mitteilen, sie würden an neuen "Niederlassungsstrukturen" arbeiten. Auch 
hier fehlt es an konkreten Erläuterungen, was denn mit dieser Idee 
gemeint ist. Was ist denn an der zahnärztlichen Versorgung durch 
niedergelassene Zahnärzte so falsch, dass man es ändern müsste? Wollen 
die Kollegen etwa MVZ und Praxisketten fördern? Dass die Politik diese 
Strukturen fördert, ist sattsam bekannt - und auch die Motive dafür sind 
klar: Politik und Kassen glauben, durch MVZ ließen sich wirtschaftliche 
"Effizienzreserven" heben und die Versorgung der Patienten würde dadurch 
billiger werden. Ganz abgesehen davon, dass sich die hohen Erwartungen an 
billiger arbeitende MVZ seit der Einführung im Jahre 2003 nicht erfüllt 
haben, ist es uns ein Rätsel, warum zahnärztliche Kolleginnen und Kollegen,
die sich als "Freie" Zahnärzte sehen, offensichtlich an der Abschaffung 
ebendieser Freiheit in der Berufsausübung mitwirken wollen.
 
 
Wir vom WZW würden eine Debatte über "neue Niederlassungsstrukturen" gar 
nicht erst führen, weil wir überzeugt davon sind, dass die freie 
zahnärztliche Berufsausübung, die freie Arztwahl für den Patienten und die
Versorgung über niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte organisch 
zusammengehören. Diese "Niederlassungsstruktur" hat ein hohes 
Versorgungsniveau bei der Zahngesundheit geschaffen (siehe DMS V) und 
Bestnoten bei der Patientenzufriedenheit erzielt. Und sie ist im Hinblick 
auf veränderte Bedürfnisse der jungen Generation äußerst flexibel, um 
Teilzeitarbeit und Anstellungsverhältnisse individuell zu integrieren Warum 
also daran etwas ändern?
 
 
Die Listen FZ  W-L und ZfZ-Reilmann wollen erklärtermaßen die bisherige Mehrheit 
von FVDZ und WZW in der Vertreterversammlung ablösen und selbst die Verantwortung 
übernehmen. Die Freien Zahnärzte werfen der bisherigen KZV Filz und Demokratiedefizite 
vor, ZfZ-Reilmann lobt ihren Spitzenkandidaten, den bisherigen KZV-Vorsitzenden Reilmann, 
als erfahrene und starke Führungspersönlichkeit. Während der eine der künftigen Partner den 
Zustand der KZV in den schwärzesten Farben malt, wirbt der andere für die Fortführung der 
"bewährten Vorstandsarbeit". Wie das zusammenpassen soll, bleibt ein Rätsel.
 
Noch ein Wort zum Spitzenkandidaten Dr. Reilmann: Beinahe gebetsmühlenartig verweisen die 
Wahlwerbemails von ZfZ-Reilmann auf die Erfahrung Reilmanns bei den Verhandlungen mit den 
Kassen. Die Realität sieht anders aus: Die Ergebnisse liegen im Schnitt auf dem Niveau der anderen 
KZVen - von überdurchschnittlichem Verhandlungsgeschick Reilmanns kann also nicht die Rede sein.
 
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir wollen hier nichts überdramatisieren, aber mit Ihrer Stimme 
treffen Sie eine Richtungsentscheidung für die zukünftige Standespolitik in der KZV, die nicht nur für 
ein Honorarvolumen von 1,3 Mrd. Euro Sorge zu tragen hat, sondern auch über die standespolitischen 
Gremien und den Gemeinsamen Bundesausschuss an der Gestaltung unseres Gesundheitswesens 
beteiligt ist. "Neue Niederlassungsstrukturen", opulent ausgestaltete Richtlinien zum QM und zur QS
liegen nicht im Interesse unseres Berufsstandes - vielmehr werden genau diese Schlagworte immer 
wieder von Kassen und der Politik ins Spiel gebracht, um uns mehr Leistung zum Nulltarif (z.B. 
Hygieneverordnung, Monitornorm) oder für eine unangemessene Bezahlung abzuverlangen. Wir vom 
WZW wollen gemeinsam mit dem Freien Verband den vom bisherigen KZV-Vorsitzenden Dr. 
Reilmann initiierten Aktionismus in Sachen QM/QS beenden und die Kontinuität der insgesamt sehr 
erfolgreichen Arbeit der bisherigen KZV sicherstellen. Dafür bitten wir Sie bei den anstehenden 
Wahlen um Ihre Stimme.
 
Mit kollegialen Grüßen 
Dr. Michael SonntagVorsitzender des WZW
 

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