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Mitglied in der Interessengemeinschaft Zahnärztlicher Verbände Deutschland

vom 24.10.2009

Schlank, transparent und effizient – lasst uns eine neue Zahnärztekammer wählen!

 

Die anstehende Wahl zur Kammerversammlung in Westfalen-Lippe wirft wenigstens zwei Fragen auf: Jeder wird sich zunächst fragen, was und wofür gewählt werden soll. Und zumindest diejenigen, die wirklich wählen und vor allem die, die sich darüber hinaus berufspolitisch engagieren, werden spätestens nach der Wahl danach fragen, warum immer weniger Kolleginnen und Kollegen ihr Wahlrecht wahrnehmen.

Beide Fragen gehören zusammen, sind Schlüssel und Schloss. Zunächst zur zweiten: Wie in der „großen“ Politik nehmen Wahlbeteiligung und Engagement in (berufspolitischen) Parteien und Vereinen in den nachwachsenden Generationen ab. Man will seine Individualität schonen, sich nicht auf eine Gruppenmeinung festlegen lassen. Damit umgeht man natürlich auch die intellektuelle Anstrengung, Kompromisse einzugehen (und gibt schließlich die Verantwortung für Ergebnisse ab). Dies könnte eine Ursache des Generationenproblems sein, das zur Ausdünnung der (berufs-) politischen Parteien führt.

Eine andere Ursache ist zweifelsohne die sich ändernde Art unserer Berufsausübung. Damit meine ich einerseits die Zunahme behandlungsferner, bürokratischer Tätigkeiten in unseren Praxen, die den Elan und die Zeit für weiteres Engagement aufzehren, andererseits die Tatsache, dass man im modernen Familienalltag auch zeitlich wesentlich stärker gefordert ist, als in der Vergangenheit, wodurch sich Wertigkeiten und Gewichte erheblich verschieben (ganz abgesehen davon, dass immer mehr Kolleginnen zu unserem Beruf finden). Über Freizeitgewohnheiten will ich an dieser Stelle gar nicht lamentieren.

Trotzdem gibt es immer wieder genug Kolleginnen und Kollegen, auch junge, die sich für unterschiedlichste fachliche Projekte engagieren. Potenzial ist also vorhanden. Um dieses auch für die Berufspolitik nutzen zu können, muss unsere Kammerarbeit soweit modernisiert werden, dass wirklich jedem deren Notwendigkeit und Nutzen deutlich werden.

Hierfür führe ich zwei Ansätze an: Zunächst einmal die konsequente Nutzung moderner Kommunikationsmittel. Dann vor allem die Stärkung der Rolle der Vertreterversammlung, die ja das Bindeglied zwischen „draußen“ und der von Vielen fälschlicherweise als Behörde empfundenen Körperschaftsadministration darstellt. Beides sollte zu mehr Transparenz und Effizienz führen, Forderungen, die gerade zu Wahlzeiten immer gestellt werden.

Mein erster Vorschlag ist einfach, erfordert aber von uns allen Disziplin und die Umstellung alter Gewohnheiten: Die Nutzung von E-Mail-Verkehr, wann immer es möglich ist.

Kommunikation per E-Mail ist im heutigen Geschäftsleben ein Standard wie seit Jahrzehnten das Telefon. In der täglichen Arbeit setzen wir ja auch Methoden und Erkenntnisse um, die jünger als zwanzig Jahre sind. Durch die konsequente Versendung von Rundschreiben und Informationen per E-Mail an sämtliche Kammerangehörigen werden sich Kosten und Zeit sparen lassen. Das ist natürlich einfach gesagt, aber der notwendige Aufwand zur Umstellung der eigenen Gewohnheiten kann angesichts des Nutzens von jedem Einzelnen verlangt werden.

Neue Ansätze für die Arbeit von Vertreterversammlung und Kammervorstand sind komplexer, aber auch hier führt mehr  Effizienz zu mehr Transparenz und schließlich zur Kosteneinsparung. Hier schlage ich vor, Kammerausschüsse überwiegend projektbezogen, zeitlich begrenzt und nur mit jeweils drei Mitgliedern zu besetzen. Maximal zwei Mitglieder eines Ausschusses dürfen dann der oder den Mehrheitsfraktionen angehören. Fachliche Qualifikation soll dabei wichtiger als die Zugehörigkeit zur Vertreterversammlung sein.

Die Protokolle der einzelnen Ausschusssitzungen sind zeitnah per E-Mail allen Mitgliedern der Vertreterversammlung zur Verfügung zu stellen. In den halbjährlichen Sitzungen der Vertreterversammlung wird dann Ausschuss für Ausschuss aufgerufen und dessen Arbeit (bei Bedarf) diskutiert. Jedes Mitglied der Vertreterversammlung muss sich konsequenterweise bereits vorher mit den erhaltenen Protokollen auseinander gesetzt haben. Aufgabe der einzelnen Vorstandsreferenten der Kammer ist die Koordinierung der Ausschussarbeit ihres jeweiligen Zuständigkeitsbereiches und die Moderation des entsprechenden Teils der Vertreterversammlungssitzung.

Die dafür notwendige Zeit während dieser Sitzung lässt sich durch den Verzicht auf den mündlichen Vortrag des Kammerpräsidentenberichtes freisetzen. Dieser Bericht kann unmittelbar vor der Vertreterversammlung genauso aktuell allen Delegierten per E-Mail zugestellt werden, sodass während der Sitzung direkt in dessen Diskussion gegangen werden kann, ganz abgesehen davon, dass sich die inhaltlichen Schwerpunkte des Kammerpräsidentenberichtes durch die darauf folgende Diskussion der konkreten Ausschussarbeit verändern werden.

Kleinere Ausschüsse sparen nicht nur Sitzungsgeld, sondern beschleunigen oft auch Entscheidungen. Insbesondere die zeitliche Begrenzung spezifischer Ausschussarbeit sollte den dafür zur Verfügung stehenden Kandidatenkreis sowohl um jene noch abseits stehenden fachlich hochengagierten Kolleginnen und  Kollegen als auch diejenigen, deren zur Verfügung stehende Zeit aus familiären Gründen limitiert ist, erweitern helfen. Die Vertreterversammlung wird sich intensiver mit der aktuellen Arbeit der Zahnärztekammer auseinander setzen müssen. Die zeitnahe Weitergabe der Ausschussprotokolle führt zu erhöhter Transparenz der damit verbundenen Vorstandsarbeit. Machtrangeleien und Selbstdarstellung werden abnehmen. Außerdem wird dies ein Anreiz zur Verbesserung interner Kommunikation in der Kammerverwaltung werden.

Zusammenfassend glaube ich, dass die Verwirklichung dieser Vorschläge unmittelbar die Effektivität unserer Zahnärztekammer, aber vor allem deren Rückhalt in der Zahnärzteschaft erhöhen wird. Eine attraktive, kostensparende Zahnärztekammer wird auch zu mehr Interesse an der Kammerwahl führen.

Dr. Michael Sonntag, 1. Vorsitzender des WZW


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